Colitis ulcerosa ist eine nicht infektiöse, chronisch-entzündliche Erkrankung des Darms, die durch eine unterschiedlich starke Entzündung der Schleimhaut des Dickdarmes mit Ausbildung von Geschwüren gekennzeichnet ist.
Wer ist von Colitis ulcerosa betroffen ?Erstmals tritt die Erkrankung zumeist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf. Frauen und Männer erkranken etwa gleich häufig an Colitis ulcerosa. In Österreich sind Schätzungen zufolge rund 15.000 Menschen von Colitis ulcerosa betroffen.
Wie verläuft die Erkrankung ?Die Krankheit verläuft meist schubweise und betrifft ausschließlich den Dickdarm. Typisch sind Phasen mit blutigen Durchfällen und krampfartigen Bauchschmerzen bei der Stuhlentleerung, die sich mit Phasen, in denen es nur geringe oder keine Beschwerden gibt, abwechseln.
Welche Beschwerden verursacht Colitis ulcerosa ?Die typischen Beschwerden einer Colitis ulcerosa sind:
blutige Durchfälle: Bei leichter Krankheitsaktivität kommt es zu vielen kleinvolumigen Entleerungen. In schwereren Fällen können bis zu 30 Stuhlgänge am Tag auftreten, die blutig, schleimig und wässrig sind. Fast immer beginnt die Colitis ulcerosa im untersten Darmabschnitt, dem Rektum, und breitet sich von dort kontinuierlich nach oben aus.
Das Risiko, an Dickdarmkrebs oder Mastdarmkrebs (kolorektales Karzinom) zu erkranken, ist bei Colitis ulcerosa gegenüber der Normalbevölkerung erhöht. Daher werden bei langjährigen
Krankheitsverläufen regelmäßige Darmspiegelungen (Koloskopie) empfohlen.
Wie erfolgt die Diagnose Colitis ulcerosa?Anamnese: In einem Gespräch informieren Sie den Arzt über Ihre Beschwerden.
Dieser wird Sie auch gezielt nach den typischen Symptomen fragen.
Koloskopie (Darmspiegelung): Es erfolgt eine Darmspiegelung, um die Ausbreitung der Entzündung festzustellen und um Gewebsproben zu entnehmen.
Welche Medikamente können bei Colitis ulcerosa verabreicht werden?
- Kortisonfreie entzündungshemmende Medikamente stellen die Standard-Therapie der Colitis ulcerosa dar. Sie kommen bei den meisten leichten bis mittelschweren Schüben zum Einsatz. Zusätzlich können lokal wirksame Kortikosteroide als Einläufe verabreicht werden. Bei mittelschweren und schweren Schüben werden zudem Kortikosteroide als Tabletten oder intravenös verabreicht.
- Bei komplizierten Verläufen werden Immunsuppressiva eingesetzt. Dabei handelt es sich um Präparate, die die körpereigene Abwehr dämpfen.
- Eine Therapie mit Antibiotika kann bei hochgradiger Krankheitsaktivität und Komplikationen (toxisches Megakolon) notwendig werden.
- Seit einigen Jahren steht auch die Behandlung mit Antikörpern gegen den Tumornekrose-Faktor alpha zur Verfügung.